Unser Refektorium befindet sich in dem großen Gebäude an der Sarthe. Errichet im Jahr 1896, es scheint mit seinen fünf monumentalen Säulen für einen Speisesaal durchaus beeindruckend zu sein. Dom Jules Mellet, sein Architekt (1846-1917), konnte sich vom Gästezimmer des Mont-Saint-Michel inspirieren lassen.
Die Pilaster, die den hohen, mit nicht-figurativen Glasmalereien verzierten Fenstern gegenüberstehen, sind ihrerseits typisch für den Beaux-Arts-Stil, den der Mönch und Architekt studiert hatte.
Ein Bruder, der auf einer Kanzel Platz genommen hat, liest während des gesamten Mahls vor. Gemäß den Vorgaben des heiligen Benedikt in seiner Regel übernehmen wir abwechselnd den Tischdienst (Kap. 35). Im Refektorium muss absolute Stille herrschen: „Die Brüder sollen einander das Essen und Trinken, das sie benötigen, so zubereiten, dass niemand um etwas bitten muss. Sollte dennoch etwas fehlen, so soll man dies eher durch ein Zeichen als durch Worte andeuten.“ (Kap. 38).